WhatsApp Datenschutz Einstellungen & erweiterter Datenschutz

Alle Privacy-Einstellungen erklärt – DSGVO-Risiken, Verschlüsselung, Unternehmenseinsatz & sichere Alternativen

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WhatsApp Datenschutz Einstellungen – Alle Privacy-Optionen im Überblick

WhatsApp ist mit über zwei Milliarden Nutzern weltweit der meistgenutzte Messenger-Dienst. Doch gerade in Deutschland stellen sich viele Nutzer die Frage: Wie steht es um den WhatsApp Datenschutz? Die gute Nachricht ist, dass WhatsApp zahlreiche Datenschutz Einstellungen bietet, mit denen Sie Ihre Privatsphäre schützen können. In diesem umfassenden Ratgeber erklären wir alle verfügbaren Optionen – von den grundlegenden Privacy-Settings bis zum neuen erweiterten Chat-Datenschutz.

Als Datenschutzberater erleben wir täglich, dass Unternehmen und Privatpersonen die vorhandenen Schutzfunktionen nicht kennen oder nicht nutzen. Das ist besonders problematisch, da WhatsApp zum Meta-Konzern gehört und umfangreiche Daten verarbeitet. Nachfolgend zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Einstellungen Sie vornehmen sollten.

Profilbild-Sichtbarkeit

Ihr Profilbild kann potenziell von jedem gesehen werden, der Ihre Telefonnummer kennt. Unter Einstellungen → Datenschutz → Profilbild können Sie festlegen, wer Ihr Profilbild sehen darf:

  • Jeder – Alle WhatsApp-Nutzer können Ihr Bild sehen (Standard)
  • Meine Kontakte – Nur Personen in Ihrem Adressbuch
  • Meine Kontakte außer… – Bestimmte Kontakte ausschließen
  • Niemand – Maximaler Schutz, kein Profilbild sichtbar

Empfehlung: Wählen Sie mindestens „Meine Kontakte“, um zu verhindern, dass Fremde Ihr Foto abgreifen und für Identitätsdiebstahl nutzen.

Status und Info

Der WhatsApp-Status (vergleichbar mit Stories) verschwindet nach 24 Stunden automatisch. Dennoch sollten Sie unter Einstellungen → Datenschutz → Status einschränken, wer Ihre Status-Updates sehen kann. Auch der Info-Text unter Ihrem Namen ist standardmäßig für alle sichtbar – ändern Sie dies ebenfalls auf „Meine Kontakte“.

Zuletzt online und Online-Status

Die Anzeige „Zuletzt online“ verrät anderen Nutzern, wann Sie zuletzt WhatsApp genutzt haben. Unter Einstellungen → Datenschutz → Zuletzt online/Online können Sie diese Information verbergen. Beachten Sie: Wenn Sie „Zuletzt online“ für andere deaktivieren, können auch Sie den Status anderer nicht mehr sehen. Der Online-Status lässt sich seit 2022 separat konfigurieren – Sie können wählen, dass nur ausgewählte Kontakte sehen, wenn Sie gerade aktiv sind.

Lesebestätigungen (Blaue Haken)

Die berühmten blauen Haken zeigen dem Absender, dass Sie seine Nachricht gelesen haben. Unter Einstellungen → Datenschutz → Lesebestätigungen können Sie diese deaktivieren. Wichtig: In Gruppenchats werden Lesebestätigungen unabhängig von dieser Einstellung immer angezeigt – das kann in einem geschäftlichen Kontext problematisch sein.

Gruppen-Einladungen

Standardmäßig kann jeder WhatsApp-Nutzer Sie zu einer Gruppe hinzufügen. Das ist nicht nur lästig, sondern auch ein Datenschutzrisiko, da alle Gruppenmitglieder Ihre Telefonnummer sehen können. Unter Einstellungen → Datenschutz → Gruppen können Sie festlegen, wer Sie zu Gruppen hinzufügen darf – wählen Sie „Meine Kontakte“ oder „Meine Kontakte außer…“.

Standort-Freigabe

WhatsApp bietet die Möglichkeit, Ihren Live-Standort in Echtzeit zu teilen. Diese Funktion sollten Sie nur bewusst und gezielt nutzen. Prüfen Sie regelmäßig unter Einstellungen → Datenschutz → Live-Standort, ob noch aktive Standortfreigaben bestehen, und beenden Sie diese gegebenenfalls.

WhatsApp erweiterter Datenschutz – Die neue Chat-Schutzfunktion

Der erweiterte Chat-Datenschutz ist eine relativ neue Funktion, die WhatsApp 2024 eingeführt hat. Sie bietet eine zusätzliche Schutzebene für besonders sensible Gespräche in Gruppen- und Einzelchats.

Was schützt der erweiterte Chat-Datenschutz?

Wenn Sie diese Funktion aktivieren, werden folgende Aktionen in dem betreffenden Chat eingeschränkt:

  • Chat-Export blockiert: Niemand kann den gesamten Chatverlauf exportieren und per E-Mail versenden
  • Automatische Medien-Downloads deaktiviert: Fotos und Videos werden nicht automatisch in der Galerie gespeichert
  • KI-Funktionen eingeschränkt: Meta AI hat keinen Zugriff auf den Inhalt des Chats
  • Nachrichten können nicht für KI-Interaktionen genutzt werden: Die Inhalte fließen nicht in personalisierte KI-Antworten ein

Wichtiger Hinweis: Der erweiterte Chat-Datenschutz verhindert nicht, dass Teilnehmer Screenshots erstellen, Nachrichten manuell weiterleiten oder den Bildschirm abfotografieren. Es handelt sich um eine technische Hürde, nicht um einen vollständigen Schutz.

So aktivieren Sie den erweiterten Chat-Datenschutz

Die Aktivierung erfolgt direkt im jeweiligen Chat – nicht in den allgemeinen Einstellungen:

  1. Chat öffnen: Wählen Sie den Gruppen- oder Einzelchat aus, den Sie schützen möchten
  2. Chat-Info aufrufen: Tippen Sie auf den Gruppennamen bzw. den Kontaktnamen oben
  3. Funktion finden: Scrollen Sie zum Abschnitt „Erweiterter Chat-Datenschutz“
  4. Aktivieren: Schieben Sie den Schalter auf „Ein“

In Gruppenchats können nur Administratoren diese Einstellung ändern. In Einzelchats kann jeder der beiden Teilnehmer die Funktion aktivieren – zum Deaktivieren müssen jedoch beide zustimmen.

Für wen ist der erweiterte Chat-Datenschutz sinnvoll?

Diese Funktion eignet sich besonders für:

  • Unternehmensgruppen mit vertraulichen Informationen
  • Familien- und Freundesgruppen mit privaten Fotos
  • Projektgruppen mit sensiblen Geschäftsdaten
  • Alle Chats, in denen Sie die Kontrolle über geteilte Inhalte behalten möchten

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei WhatsApp

WhatsApp setzt seit 2016 flächendeckend auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) basierend auf dem Signal-Protokoll. Das bedeutet: Nur der Sender und der Empfänger können die Nachricht lesen – weder WhatsApp noch Meta noch Dritte haben Zugriff auf den Klartext.

Wie funktioniert die Verschlüsselung?

Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung generiert jedes Gerät ein einzigartiges Schlüsselpaar – einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel wird geteilt, der private bleibt auf dem Gerät. Nachrichten werden mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers verschlüsselt und können nur mit dessen privatem Schlüssel entschlüsselt werden. Dieses Verfahren gilt für Textnachrichten, Sprachnachrichten, Fotos, Videos, Dokumente und Anrufe.

Verschlüsselung überprüfen

Sie können die Verschlüsselung eines Chats überprüfen: Öffnen Sie die Chat-Info und tippen Sie auf „Verschlüsselung“. Dort wird ein QR-Code oder ein 60-stelliger Zahlencode angezeigt. Wenn Sie diesen mit Ihrem Gesprächspartner abgleichen (persönlich oder per Videoanruf), können Sie sicherstellen, dass kein Man-in-the-Middle-Angriff stattfindet.

Grenzen der Verschlüsselung

Trotz der starken Verschlüsselung gibt es wichtige Einschränkungen:

  • Metadaten sind nicht verschlüsselt: Wer kommuniziert wann mit wem, wie oft und wie lange – diese Informationen liegen Meta vor
  • Cloud-Backups: Wenn Sie Chat-Backups in Google Drive oder iCloud speichern, waren diese lange nicht verschlüsselt. Seit Ende 2021 bietet WhatsApp optional verschlüsselte Backups an – diese müssen Sie jedoch manuell aktivieren
  • Gerätesicherheit: Wenn das Smartphone kompromittiert ist (Malware, Jailbreak), nützt die Verschlüsselung nichts
  • Multi-Device: Bei der Nutzung auf mehreren Geräten wird die Verschlüsselung aufwendiger, bleibt aber grundsätzlich bestehen

WhatsApp und DSGVO – Datenverarbeitung durch Meta

Die Nutzung von WhatsApp wirft erhebliche datenschutzrechtliche Fragen auf, insbesondere seit der Konzernzugehörigkeit zu Meta (ehemals Facebook). Für Unternehmen, die WhatsApp einsetzen, ist die DSGVO-Konformität eine zentrale Herausforderung.

Welche Daten verarbeitet WhatsApp?

Auch wenn Nachrichteninhalte verschlüsselt sind, erfasst WhatsApp umfangreiche Daten:

  • Kontaktdaten: Das gesamte Adressbuch wird mit den WhatsApp-Servern synchronisiert – auch Telefonnummern von Personen, die WhatsApp nicht nutzen
  • Metadaten: Kommunikationszeitpunkte, Häufigkeit, Dauer von Anrufen, IP-Adressen, Geräteinformationen
  • Standortdaten: Wenn die Standortfreigabe genutzt wird, aber auch ungefähre Standorte über IP-Adressen
  • Nutzungsverhalten: Wie oft die App geöffnet wird, welche Funktionen genutzt werden, Status-Aufrufe
  • Transaktionsdaten: Bei Nutzung von WhatsApp Pay werden Zahlungsinformationen verarbeitet

Datenweitergabe innerhalb des Meta-Konzerns

Seit der Änderung der Nutzungsbedingungen 2021 teilt WhatsApp bestimmte Daten mit anderen Meta-Unternehmen (Facebook, Instagram). In der EU ist dies durch die DSGVO stärker eingeschränkt als in anderen Regionen. Dennoch werden Metadaten und Kontoinformationen innerhalb des Konzerns geteilt – unter anderem für Sicherheitszwecke und Infrastrukturmanagement. Die irische Datenschutzbehörde (DPC) verhängte 2023 ein Bußgeld von 5,5 Millionen Euro gegen WhatsApp wegen Verstößen gegen die Transparenzpflichten.

Datentransfer in die USA und das EU-US Data Privacy Framework

WhatsApp-Server stehen unter anderem in den USA. Der Datentransfer in die USA war nach dem Schrems-II-Urteil des EuGH (2020) rechtlich unsicher. Seit Juli 2023 bietet das EU-US Data Privacy Framework (DPF) eine neue Rechtsgrundlage für den transatlantischen Datentransfer. Meta ist unter dem DPF zertifiziert. Allerdings ist die Dauerhaftigkeit dieses Abkommens umstritten – ein „Schrems III“-Verfahren ist nicht ausgeschlossen. Unternehmen sollten dies bei ihrer Datenschutzstrategie berücksichtigen.

Rechtsgrundlagen für die WhatsApp-Nutzung

Die private Nutzung von WhatsApp basiert auf der Einwilligung des Nutzers gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO. Problematisch ist dabei die Kontaktsynchronisation: Durch das Hochladen des Adressbuchs werden personenbezogene Daten Dritter ohne deren Einwilligung übermittelt. Rein formal macht sich jeder WhatsApp-Nutzer damit potenziell zum Verantwortlichen im Sinne der DSGVO – praktisch wird dies bei rein privater Nutzung allerdings durch die Haushaltsausnahme (Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO) gedeckt.

WhatsApp im Unternehmen – DSGVO-Risiken und Pflichten

Die geschäftliche Nutzung von WhatsApp ist eines der brisantesten Datenschutzthemen in deutschen Unternehmen. Viele Mitarbeiter kommunizieren über WhatsApp mit Kunden oder Kollegen, ohne sich der rechtlichen Konsequenzen bewusst zu sein.

Darf man WhatsApp geschäftlich nutzen?

Grundsätzlich ist die geschäftliche Nutzung von WhatsApp nicht pauschal verboten, aber mit erheblichen Risiken verbunden. Die größten Probleme sind:

  • Kontaktsynchronisation: WhatsApp lädt das gesamte Adressbuch hoch – einschließlich Kundenkontakten, für deren Übermittlung an Meta keine Rechtsgrundlage besteht
  • Fehlende Auftragsverarbeitung: Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO mit Meta ist für die Standard-App nicht ohne Weiteres verfügbar
  • Keine Kontrolle über Datenflüsse: Unternehmen können nicht nachvollziehen, welche Daten genau an Meta übermittelt werden
  • Archivierungspflichten: Geschäftliche Kommunikation unterliegt Aufbewahrungspflichten, die mit WhatsApp schwer zu erfüllen sind

BYOD und Diensthandys

Besonders kritisch ist die Nutzung privater Smartphones für geschäftliche Zwecke (Bring Your Own Device – BYOD). Wenn WhatsApp auf einem privaten Gerät installiert ist, werden sämtliche Kontakte – geschäftlich und privat – synchronisiert. Unternehmen sollten daher klare Richtlinien für den Beschäftigtendatenschutz erstellen:

  • Mobile Device Management (MDM): Technische Trennung von privaten und geschäftlichen Daten
  • Container-Lösungen: WhatsApp nur in einem geschützten Bereich des Geräts betreiben
  • Diensthandys: Separate Geräte ohne privates Adressbuch verwenden
  • Klare Dienstanweisungen: Schriftliche Regelung, welche Messenger-Dienste für welche Zwecke genutzt werden dürfen

Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

Wenn Sie WhatsApp geschäftlich einsetzen, müssen Sie technische und organisatorische Maßnahmen dokumentieren. Dazu gehören unter anderem:

  • Verschlüsselte Backups aktivieren
  • Erweiterten Chat-Datenschutz für Geschäftsgruppen einschalten
  • Regelmäßige Löschung von Chatverläufen
  • Zugriffsbeschränkungen auf dem Gerät (PIN, Biometrie)
  • Schulung der Mitarbeiter zum datenschutzkonformen Umgang

Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)

Bei umfangreicher geschäftlicher Nutzung von WhatsApp – beispielsweise für die Kundenkommunikation im Gesundheitswesen oder bei der Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten – ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO erforderlich. Diese bewertet systematisch die Risiken für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen.

WhatsApp Business vs. WhatsApp – Datenschutz-Unterschiede

WhatsApp bietet neben der Standard-App auch WhatsApp Business und die WhatsApp Business API (Cloud API). Für Unternehmen gibt es entscheidende Unterschiede beim Datenschutz:

WhatsApp Business App

Die kostenlose WhatsApp Business App richtet sich an kleine Unternehmen. Sie bietet zusätzliche Funktionen wie ein Unternehmensprofil, automatische Antworten und Kataloge. Aus Datenschutz-Sicht gelten jedoch dieselben Probleme wie bei der Standard-App: Kontaktsynchronisation, Metadaten-Erfassung und Datenweitergabe an Meta bestehen unverändert. Ein AVV ist auch hier nicht standardmäßig verfügbar.

WhatsApp Business API (Cloud API)

Die WhatsApp Business API bietet deutlich bessere Datenschutz-Voraussetzungen:

  • Kein Adressbuch-Upload: Die API greift nicht auf das Geräte-Adressbuch zu
  • AVV verfügbar: Meta bietet für die Business API einen Auftragsverarbeitungsvertrag an
  • Opt-in-Pflicht: Kunden müssen aktiv zustimmen, bevor Unternehmen sie kontaktieren dürfen
  • Integrationsmöglichkeiten: CRM-Anbindung ermöglicht die Einhaltung von Archivierungspflichten
  • Datenlöschung: Nachrichten werden nach 30 Tagen automatisch von den WhatsApp-Servern gelöscht

Fazit: Für Unternehmen, die WhatsApp DSGVO-konform nutzen möchten, ist die Business API die deutlich bessere Wahl gegenüber der Standard-App.

Kostenvergleich

Während die WhatsApp Business App kostenlos ist, fallen bei der Business API Kosten pro Konversation an. Die Preise variieren je nach Kategorie (Marketing, Service, Authentifizierung) und Region. Für Deutschland liegen die Kosten typischerweise zwischen 0,03 und 0,15 Euro pro Konversation. Trotz der Kosten überwiegen die datenschutzrechtlichen Vorteile für die meisten Unternehmen.

WhatsApp Alternativen – Datenschutz-Vergleich

Angesichts der beschriebenen Datenschutz-Risiken bei WhatsApp lohnt sich ein Blick auf Alternativen. Besonders drei Messenger stechen durch besseren Datenschutz hervor:

Signal

Signal gilt als Gold-Standard beim Messenger-Datenschutz. Die App wird von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben und ist vollständig Open Source. Vorteile gegenüber WhatsApp:

  • Kein Adressbuch-Upload (nur gehashte Telefonnummern, die sofort verworfen werden)
  • Minimale Metadaten-Erfassung (selbst Signal kennt nicht Ihre Kontaktliste)
  • Kein Konzern mit Werbeinteressen im Hintergrund
  • Sealed-Sender-Technologie verbirgt sogar den Absender vor dem Server
  • Verschwindende Nachrichten als Standard-Option

Nachteil: Geringere Verbreitung als WhatsApp, was die praktische Nutzbarkeit einschränkt.

Threema

Threema ist ein Schweizer Messenger, der sich besonders für den geschäftlichen Einsatz eignet. Die Besonderheiten:

  • Keine Telefonnummer erforderlich: Registrierung über zufällige ID möglich
  • Server in der Schweiz: Kein Transfer in die USA
  • Open Source und regelmäßig extern auditiert
  • Threema Work: Spezielle Business-Version mit zentraler Administration und AVV
  • DSGVO-konform by Design: Datensparsamkeit als Grundprinzip

Nachteil: Einmalige Kosten von ca. 5 Euro, was für manche Nutzer eine Hürde darstellt.

Matrix / Element

Matrix ist ein offenes, dezentrales Kommunikationsprotokoll. Die beliebteste Client-App ist Element. Vorteile:

  • Dezentral: Sie können Ihren eigenen Server betreiben und behalten die volle Kontrolle über Ihre Daten
  • Föderiert: Verschiedene Server können miteinander kommunizieren (wie bei E-Mail)
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über das Megolm-Protokoll
  • Ideal für Organisationen: Die Bundeswehr, die französische Regierung und zahlreiche Universitäten setzen auf Matrix

Nachteil: Höherer technischer Aufwand bei Einrichtung und Betrieb eines eigenen Servers.

Vergleichstabelle

Kriterium WhatsApp Signal Threema Element
E2E-Verschlüsselung Ja Ja Ja Ja
Open Source Nein Ja Ja Ja
Metadaten-Schutz Gering Hoch Hoch Hoch*
Adressbuch-Zugriff Pflicht Optional Optional Nein
Server-Standort USA USA Schweiz Wählbar
DSGVO-konform Eingeschränkt Ja Ja Ja*
Business-Version Ja (API) Nein Ja (Work) Ja (EMS)

* Bei Element abhängig vom gewählten Server-Betreiber

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Liest WhatsApp meine Nachrichten mit?

Nein, dank der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann WhatsApp den Inhalt Ihrer Nachrichten nicht lesen. Allerdings erfasst WhatsApp umfangreiche Metadaten – also wer mit wem kommuniziert, wann und wie oft. Diese Metadaten können sehr aufschlussreich sein und werden innerhalb des Meta-Konzerns geteilt. Der Nachrichteninhalt selbst bleibt jedoch verschlüsselt und ist weder für WhatsApp noch für Meta zugänglich.

Welche WhatsApp-Alternativen sind wirklich sicherer?

Signal bietet den besten Datenschutz unter den verbreiteten Messengern – minimale Datenerfassung, Open Source, gemeinnützig betrieben. Threema ist besonders für den geschäftlichen Einsatz empfehlenswert (Schweizer Server, keine Telefonnummer nötig, Business-Version mit AVV). Für Organisationen mit hohen Sicherheitsanforderungen ist Matrix/Element ideal, da Sie Ihren eigenen Server betreiben können.

Darf mein Arbeitgeber WhatsApp für die Kommunikation vorschreiben?

Grundsätzlich ist es problematisch, wenn ein Arbeitgeber die Nutzung von WhatsApp auf privaten Geräten vorschreibt. Die Kontaktsynchronisation ohne Einwilligung der betroffenen Kontakte verstößt gegen die DSGVO. Stellt der Arbeitgeber ein Diensthandy mit der WhatsApp Business API zur Verfügung (kein Adressbuch-Upload), ist die Situation datenschutzrechtlich besser zu bewerten. Empfehlenswert ist eine professionelle Datenschutzberatung vor der Einführung.

Ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wirklich sicher?

Die Verschlüsselung basiert auf dem Signal-Protokoll, das als kryptografisch sicher gilt und von unabhängigen Experten geprüft wurde. Die Schwachstellen liegen nicht in der Verschlüsselung selbst, sondern in der Umgebung: unverschlüsselte Backups (sofern nicht manuell aktiviert), kompromittierte Geräte oder die Tatsache, dass Metadaten trotz Verschlüsselung anfallen. Die Verschlüsselung schützt den Nachrichteninhalt zuverlässig – solange das Gerät selbst sicher ist.

Wie schütze ich Kinder bei der WhatsApp-Nutzung?

WhatsApp ist laut Nutzungsbedingungen erst ab 16 Jahren in der EU erlaubt. Für jüngere Nutzer bietet WhatsApp keine speziellen Kinderschutzfunktionen. Eltern sollten folgende Maßnahmen ergreifen: Datenschutz-Einstellungen gemeinsam vornehmen (Profilbild, Status, Gruppen auf „Meine Kontakte“ beschränken), den erweiterten Chat-Datenschutz in Familien-Gruppenchats aktivieren, über die Risiken des Teilens persönlicher Informationen aufklären und regelmäßig prüfen, in welchen Gruppen das Kind Mitglied ist. Ergänzend kann die Bildschirmzeit über die Betriebssystem-Einstellungen begrenzt werden.

Empfehlungen für Privatpersonen und Unternehmen

Sofort-Maßnahmen für alle WhatsApp-Nutzer

  1. Alle Datenschutz-Einstellungen prüfen und restriktiv konfigurieren
  2. Erweiterten Chat-Datenschutz in sensiblen Chats aktivieren
  3. Verschlüsselte Backups aktivieren (Einstellungen → Chats → Chat-Backup → Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Backup)
  4. Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten (Einstellungen → Konto → Verifizierung in zwei Schritten)
  5. Automatische Medien-Downloads deaktivieren
  6. Gruppen-Einladungen auf „Meine Kontakte“ einschränken

Maßnahmen für Unternehmen

  1. Interne Richtlinie für Messenger-Nutzung erstellen
  2. Prüfung, ob die WhatsApp Business API statt der Standard-App eingesetzt werden kann
  3. AVV mit Meta abschließen (für Business API verfügbar)
  4. Mitarbeiter schulen zum datenschutzkonformen Umgang mit Messengern
  5. DSFA durchführen bei umfangreicher Nutzung
  6. DSGVO-konforme Alternativen evaluieren (Threema Work, Matrix/Element)
  7. Datenschutz im Unternehmen ganzheitlich betrachten

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Die DATUREX GmbH berät Unternehmen in Dresden, Sachsen und bundesweit zum datenschutzkonformen Einsatz von Messengern und Kommunikationstools. Unsere zertifizierten Datenschutzbeauftragten unterstützen Sie bei:

  • Bewertung Ihrer aktuellen Messenger-Nutzung
  • Erstellung von Richtlinien und Dienstanweisungen
  • Durchführung von Datenschutz-Folgenabschätzungen
  • Auswahl und Einführung DSGVO-konformer Alternativen
  • Schulung Ihrer Mitarbeiter

Weiterführende Informationen: Datenschutz-Beratung | Datenschutz im Unternehmen | TOM Datenschutz | Beschäftigtendatenschutz | Art. 28 DSGVO (AVV) | DSB Aufgaben

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