Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) — Vorlage, Muster & DSGVO-Tipps
Geheimhaltungsvereinbarung erstellen: Rechtssichere NDA Vorlage mit Datenschutz-Expertise
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Eine Vertraulichkeitsvereinbarung — im internationalen Geschäftsverkehr als NDA (Non-Disclosure Agreement) bekannt — schützt sensible Geschäftsinformationen vor unbefugter Weitergabe. Ob bei Kooperationsverhandlungen, der Beauftragung externer Dienstleister oder im Arbeitsvertrag: Eine professionelle Vertraulichkeitsvereinbarung ist heute unverzichtbar.
In Zeiten verschärfter Datenschutzanforderungen muss eine NDA Vorlage nicht nur das Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) berücksichtigen, sondern auch DSGVO-konform gestaltet sein — insbesondere wenn personenbezogene Daten Teil der vertraulichen Informationen sind. Ohne eine wirksame Geheimhaltungsvereinbarung riskieren Unternehmen den Verlust ihres Geheimnisschutzes nach § 2 GeschGehG.
Die DATUREX GmbH als externer Datenschutzbeauftragter unterstützt Unternehmen sachsenweit bei der Erstellung und Prüfung rechtskonformer Vertraulichkeitsvereinbarungen — von der ersten NDA Vorlage bis zur datenschutzrechtlichen Freigabe.
Was ist eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA)?
Eine Vertraulichkeitsvereinbarung — auch Geheimhaltungsvereinbarung, NDA oder Verschwiegenheitsvereinbarung genannt — ist ein Vertrag, in dem sich eine oder mehrere Parteien verpflichten, bestimmte Informationen vertraulich zu behandeln und nicht an Dritte weiterzugeben. Der englische Begriff NDA Vertrag (Non-Disclosure Agreement) hat sich dabei auch im deutschsprachigen Raum als Standard durchgesetzt.
Man unterscheidet drei Grundformen:
- Einseitige NDA — Nur eine Partei offenbart vertrauliche Informationen (z.B. Arbeitgeber an Arbeitnehmer, Auftraggeber an Dienstleister)
- Gegenseitige NDA (Mutual NDA) — Beide Parteien tauschen vertrauliche Informationen aus (z.B. bei Kooperationen, Due-Diligence-Prüfungen)
- Multilaterale NDA — Drei oder mehr Parteien sind beteiligt (z.B. bei Joint Ventures, Konsortien)
Typische Anwendungsfälle für eine Geheimhaltungsvereinbarung
- Verhandlungen über Geschäftskooperationen, Fusionen oder Unternehmenskäufe
- Beauftragung externer Dienstleister, Berater und Freelancer
- Arbeitsverträge und Onboarding neuer Mitarbeiter
- Investorengespräche und Pitch-Präsentationen
- Zugang zu IT-Systemen, Datenbanken und Cloud-Diensten
- KI-Projekte mit Trainingsdaten — besonders datenschutzrelevant im Kontext von KI-Compliance
- Outsourcing von Geschäftsprozessen mit Zugang zu Beschäftigtendaten
Eine Vertraulichkeitsvereinbarung ist dabei kein Ersatz für einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), sondern ergänzt diesen. Beide Vertragswerke haben unterschiedliche Schutzrichtungen und sollten aufeinander abgestimmt sein.
NDA Vorlage — Wesentliche Inhalte einer Vertraulichkeitsvereinbarung
Eine rechtssichere NDA Vorlage sollte folgende Bestandteile enthalten. Wir erläutern jeden Punkt im Detail, damit Sie Ihr NDA Muster professionell aufsetzen können:
1. Vertragsparteien
Vollständige Bezeichnung und Anschrift aller beteiligten Parteien, einschließlich vertretungsberechtigter Personen. Bei juristischen Personen: Firma, Sitz, Handelsregisternummer und Name des Vertretungsberechtigten. Wichtig: Auch natürliche Personen (z.B. Freelancer) müssen eindeutig identifiziert sein.
2. Definition vertraulicher Informationen
Die präzise Beschreibung, welche Informationen als vertraulich gelten, ist das Herzstück jeder Vertraulichkeitsvereinbarung. Je konkreter die Definition, desto besser die Durchsetzbarkeit vor Gericht:
- Technisches Know-how, Quellcode, Algorithmen und Architektur-Dokumentationen
- Geschäftsstrategien, Finanzinformationen, Kundenlisten und Preiskalkulationen
- Personenbezogene Daten — hier greift zusätzlich die DSGVO
- Prototypen, Entwürfe, Forschungsergebnisse und Patentanmeldungen
- Organisationsinterne Prozesse und Sicherheitskonzepte
Praxistipp: Verwenden Sie eine Kombination aus Kategorien und konkreten Beispielen. Eine rein abstrakte Definition wie „alle geschäftlichen Informationen“ ist vor Gericht schwer durchsetzbar.
3. Zweck der Offenlegung
Klare Benennung, wofür die vertraulichen Informationen genutzt werden dürfen. Dies ist sowohl vertragsrechtlich als auch datenschutzrechtlich wichtig: Der Zweck der Datenverarbeitung muss nach Art. 5 Abs. 1 lit. b DSGVO klar definiert und dokumentiert sein (Zweckbindungsgrundsatz).
4. Pflichten des Empfängers
- Geheimhaltungspflicht — keine Weitergabe an Dritte ohne schriftliche Zustimmung
- Beschränkung des Zugangs auf Personen, die die Informationen für den vereinbarten Zweck benötigen (Need-to-know-Prinzip)
- Implementierung angemessener technisch-organisatorischer Maßnahmen (TOM)
- Unverzügliche Benachrichtigungspflicht bei Vertraulichkeitsverletzungen
- Einhaltung einer Clean-Desk-Policy bei physischen Dokumenten
5. Ausnahmen von der Vertraulichkeit
- Bereits öffentlich bekannte oder allgemein zugängliche Informationen
- Unabhängig und nachweislich selbst entwickelte Informationen
- Von Dritten rechtmäßig und ohne Vertraulichkeitspflicht erhaltene Informationen
- Gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung (Behördenanfragen, Gerichtsbeschlüsse) — mit vorheriger Benachrichtigung des Offenlegenden
6. Laufzeit und Rückgabepflicht
Die Vertraulichkeitsvereinbarung sollte eine klare Laufzeit definieren. Üblich sind 2 bis 5 Jahre, bei Geschäftsgeheimnissen mit langfristiger Relevanz auch länger. Nach Vertragsende besteht die Pflicht zur Rückgabe oder nachweislichen Vernichtung aller vertraulichen Unterlagen — einschließlich digitaler Kopien, Backups und abgeleiteter Dokumente.
7. Vertragsstrafe und Rechtsfolgen
Eine Vertragsstrafe (typisch: 10.000 bis 50.000 Euro pro Verstoß, bei Großprojekten deutlich höher) erhöht die Durchsetzbarkeit erheblich und dient als Abschreckung. Zusätzlich sollten Schadensersatzansprüche, Unterlassungsansprüche und die Möglichkeit einer einstweiligen Verfügung geregelt werden.
8. Gerichtsstand und anwendbares Recht
Gerade bei internationalen NDA Verträgen ist die Wahl des anwendbaren Rechts und des Gerichtsstands zentral. Für deutsche Unternehmen empfiehlt sich deutsches Recht und ein deutscher Gerichtsstand.
Vertraulichkeitsvereinbarung Muster — Wesentliche Klauseln im Detail
Ein professionelles Vertraulichkeitsvereinbarung Muster enthält über die Standardinhalte hinaus spezifische Klauseln, die den Vertrag rechtssicher und praxistauglich machen. Folgende Klauseln sollten Sie in Ihrem Geheimhaltungsvereinbarung Muster nicht vergessen:
Reverse-Engineering-Klausel
Verbieten Sie ausdrücklich das Reverse Engineering, die Dekompilierung oder die Analyse vertraulicher Produkte und Software. Ohne diese Klausel kann der Empfänger unter Umständen argumentieren, dass eine technische Analyse nicht von der Geheimhaltung erfasst ist.
Residualklausel
Eine Residualklausel regelt den Umgang mit Wissen, das Mitarbeiter des Empfängers „im Gedächtnis behalten“ (sog. Residual Knowledge). Diese Klausel ist besonders bei Beratungsprojekten und Personalwechseln relevant und sollte sorgfältig formuliert werden.
Subunternehmer-Klausel
Wenn der Empfänger Subunternehmer einsetzt, muss geregelt werden, ob und unter welchen Bedingungen diese Zugang zu vertraulichen Informationen erhalten. Die Klausel sollte eine gleichwertige Vertraulichkeitsverpflichtung der Subunternehmer vorschreiben.
Datenschutz-Klausel
Bei Vertraulichkeitsvereinbarungen, die personenbezogene Daten betreffen, ist eine explizite DSGVO-Klausel Pflicht. Diese verweist auf die einschlägigen Datenschutzvorschriften und regelt die Verantwortlichkeiten klar. Im Idealfall wird auf den ergänzenden Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO verwiesen.
Salvatorische Klausel
Falls einzelne Bestimmungen der Vertraulichkeitsvereinbarung unwirksam sein sollten, bleibt der Vertrag im Übrigen bestehen. Die unwirksame Klausel wird durch eine wirksame Regelung ersetzt, die dem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.
Compliance-Verweis
Verweisen Sie in Ihrer Vertraulichkeitsvereinbarung auf das Compliance-Management-System Ihres Unternehmens. Dies stärkt die Durchsetzbarkeit und zeigt angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen im Sinne des GeschGehG.
Geheimhaltungsvereinbarung vs. NDA — Gibt es Unterschiede?
Die Begriffe Geheimhaltungsvereinbarung, Vertraulichkeitsvereinbarung und NDA werden häufig synonym verwendet — und das ist im Grundsatz auch korrekt. Dennoch gibt es in der Praxis feine Nuancen:
Begriffliche Einordnung
- NDA (Non-Disclosure Agreement) — Der internationale Standardbegriff, besonders verbreitet in der IT-Branche, bei Start-ups und im internationalen Geschäftsverkehr
- Vertraulichkeitsvereinbarung — Der deutsche Rechtsbegriff, der in nationalen Verträgen bevorzugt wird und rechtlich präziser ist
- Geheimhaltungsvereinbarung — Synonymer deutscher Begriff, häufig im technischen und industriellen Kontext verwendet
- Verschwiegenheitsvereinbarung — Wird vor allem im Zusammenhang mit Berufsgeheimnisträgern (Ärzte, Anwälte, Steuerberater) verwendet
Inhaltliche Unterschiede in der Praxis
Während der rechtliche Inhalt identisch sein kann, unterscheiden sich die Vertragswerke in der Praxis oft durch ihren Fokus:
- Eine NDA im angelsächsischen Stil ist typischerweise kürzer und fokussiert auf die Geheimhaltungspflicht selbst
- Eine deutsche Vertraulichkeitsvereinbarung enthält häufig zusätzliche Klauseln zu Vertragsstrafen, Gerichtsstand und anwendbarem Recht
- Im DSGVO-Kontext sollte jede Geheimhaltungsvereinbarung explizit auf den Datenschutz eingehen — unabhängig von der Bezeichnung
Empfehlung: Verwenden Sie in deutschen Verträgen den Begriff „Vertraulichkeitsvereinbarung“ und ergänzen Sie „NDA“ in Klammern. So kombinieren Sie rechtliche Klarheit mit internationaler Verständlichkeit.
NDA Vertrag und DSGVO — Datenschutzrechtliche Anforderungen
Wenn ein NDA Vertrag personenbezogene Daten umfasst, müssen zusätzliche datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt werden. Die Vertraulichkeitsvereinbarung allein genügt nicht — sie muss in das Datenschutz-Gesamtkonzept des Unternehmens eingebettet sein.
Rechtsgrundlage klären
Die Weitergabe personenbezogener Daten im Rahmen einer NDA benötigt eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO:
- Art. 6 Abs. 1 lit. b — Vertragserfüllung (wenn die NDA Teil eines Vertrags ist)
- Art. 6 Abs. 1 lit. f — Berechtigtes Interesse (Schutz von Geschäftsgeheimnissen)
- Einwilligung — Nur als Auffangtatbestand, wenn keine andere Rechtsgrundlage greift
Auftragsverarbeitung prüfen
Wenn der NDA-Empfänger personenbezogene Daten weisungsgebunden im Auftrag verarbeitet, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO erforderlich — zusätzlich zur Vertraulichkeitsvereinbarung. Die NDA ersetzt den AVV nicht und umgekehrt.
Technisch-organisatorische Maßnahmen
Jede Vertraulichkeitsvereinbarung sollte auf technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM) verweisen, die der Empfänger zum Schutz der Daten implementieren muss. Dazu gehören Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Protokollierung und regelmäßige Datenschutz-Audits.
Betroffenenrechte
Auch bei vertraulichen Daten gelten die Betroffenenrechte der DSGVO uneingeschränkt (Auskunft, Löschung, Berichtigung, Datenportabilität). Die NDA darf diese Rechte nicht einschränken oder aushöhlen. Dies ist ein häufiger Fehler in Vertraulichkeitsvereinbarung-Mustern aus dem Internet.
Drittlandtransfer
Werden vertrauliche personenbezogene Daten an Empfänger in Drittländern (außerhalb des EWR) weitergegeben, müssen zusätzlich die Anforderungen der Art. 44 ff. DSGVO beachtet werden — z.B. durch Standardvertragsklauseln (SCC) oder einen Angemessenheitsbeschluss.
NDA Vertrag kündigen — Rechte und Fristen
Die Kündigung eines NDA Vertrags unterliegt besonderen Regeln, die sich von anderen Vertragsarten unterscheiden. Eine ordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn dies in der Vertraulichkeitsvereinbarung ausdrücklich vorgesehen ist.
Ordentliche Kündigung
Viele Vertraulichkeitsvereinbarungen sind auf eine feste Laufzeit (2-5 Jahre) ausgelegt und enden automatisch. Ist eine ordentliche Kündigung vorgesehen, gelten die vertraglich vereinbarten Fristen — typisch sind 3 bis 6 Monate zum Quartals- oder Jahresende.
Außerordentliche Kündigung
Eine fristlose Kündigung der Geheimhaltungsvereinbarung ist bei wichtigem Grund möglich, z.B.:
- Schwerwiegender Verstoß gegen die Geheimhaltungspflicht
- Insolvenz einer Vertragspartei
- Wesentliche Änderung der Geschäftsbeziehung (z.B. Übernahme durch einen Wettbewerber)
Nachwirkende Pflichten
Wichtig: Auch nach Kündigung oder Ablauf der NDA bestehen nachwirkende Pflichten. Die Geheimhaltungspflicht gilt in der Regel für einen vertraglich definierten Zeitraum (oft 2-3 Jahre) über das Vertragsende hinaus. Personenbezogene Daten müssen nach Beendigung gelöscht oder zurückgegeben werden — dies ergibt sich bereits aus der DSGVO.
Dokumentation der Beendigung
Bei Beendigung einer Vertraulichkeitsvereinbarung sollten Sie dokumentieren:
- Rückgabe oder nachweisliche Vernichtung aller vertraulichen Unterlagen
- Löschung digitaler Kopien mit Bestätigungsschreiben
- Deaktivierung von Zugängen zu IT-Systemen und Datenbanken
- Schriftliche Bestätigung beider Parteien über die ordnungsgemäße Abwicklung
Die DATUREX GmbH unterstützt Sie bei der rechtssicheren Beendigung von Vertraulichkeitsvereinbarungen und erstellt professionelle Löschprotokolle, die den Anforderungen der DSGVO und des Geschäftsgeheimnisgesetzes entsprechen. Gerade bei der Beendigung von Dienstleisterverhältnissen ist eine saubere Abwicklung der NDA zentral für den fortbestehenden Geheimnisschutz.
Vertraulichkeitsvereinbarung für Mitarbeiter
Eine Vertraulichkeitsvereinbarung für Mitarbeiter unterscheidet sich in mehreren Punkten von einer NDA zwischen Unternehmen. Sie ist ein zentrales Element des Beschäftigtendatenschutzes und des Geheimnisschutzes nach GeschGehG.
Besonderheiten im Arbeitsrecht
Im Arbeitsverhältnis besteht bereits eine gesetzliche Verschwiegenheitspflicht nach § 241 Abs. 2 BGB (Nebenpflicht). Eine zusätzliche Vertraulichkeitsvereinbarung konkretisiert diese Pflicht und erfüllt gleichzeitig die Anforderung des GeschGehG an „angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen“:
- Zeitpunkt: Idealerweise bei Arbeitsvertragsbeginn, aber auch nachträglich als Ergänzungsvereinbarung möglich
- Vergütung: Im Gegensatz zu einem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot ist für eine Geheimhaltungsvereinbarung keine Karenzentschädigung erforderlich
- Reichweite: Muss verhältnismäßig sein — eine zu weitreichende Vertraulichkeitsvereinbarung kann unwirksam sein
- Nachwirkung: Die Geheimhaltungspflicht kann über das Arbeitsverhältnis hinaus vereinbart werden, muss aber zeitlich begrenzt sein
DSGVO-Verpflichtung nach Art. 28 Abs. 3 lit. b
Mitarbeiter, die personenbezogene Daten verarbeiten, müssen gemäß DSGVO zur Vertraulichkeit verpflichtet werden. Dies kann über eine separate Vertraulichkeitsvereinbarung oder eine Klausel im Arbeitsvertrag erfolgen. Die DATUREX GmbH empfiehlt eine separate Vereinbarung, die bei einem Datenschutz-Audit vorgelegt werden kann.
Pflichtinhalte der Mitarbeiter-NDA
- Benennung der datenschutzrechtlichen Pflichten (DSGVO, BDSG)
- Hinweis auf mögliche Sanktionen bei Verstößen (arbeitsrechtlich, strafrechtlich, bußgeldbewehrt)
- Verweis auf das Datengeheimnis und die Weisungsbindung
- Verpflichtung zur Meldung von Datenschutzverletzungen
- Regelung zur Nutzung privater Geräte (BYOD) und KI-Tools
Geheimhaltungsvereinbarung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Bei Kündigung oder Aufhebung des Arbeitsverhältnisses sollte die bestehende Vertraulichkeitsvereinbarung ausdrücklich bestätigt werden. Ein Austrittsprotokoll dokumentiert die Rückgabe aller vertraulichen Unterlagen, die Löschung von Daten auf privaten Geräten und den Entzug von Zugriffsrechten. Die nachwirkende Geheimhaltungspflicht sollte dem Mitarbeiter im Offboarding-Gespräch noch einmal erläutert werden.
NDA und Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG)
Seit April 2019 schützt das Geschäftsgeheimnisgesetz (GeschGehG) Unternehmen vor dem Verrat von Geschäftsgeheimnissen — aber nur unter einer wichtigen Voraussetzung: Das Unternehmen muss angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen haben (§ 2 Nr. 1 lit. b GeschGehG).
Eine Vertraulichkeitsvereinbarung ist eine der wichtigsten dieser Maßnahmen:
- Schutzvoraussetzung: Ohne NDA oder andere dokumentierte Schutzmaßnahmen kann der Schutz nach GeschGehG vollständig entfallen — die Information gilt dann nicht als Geschäftsgeheimnis
- Beweisfunktion: Die NDA dient vor Gericht als Nachweis, dass das Unternehmen Informationen aktiv als geheim eingestuft und geschützt hat
- Strafrechtlicher Schutz: Verstöße gegen das GeschGehG können nach § 23 GeschGehG mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe geahndet werden
- Zivilrechtliche Ansprüche: Das GeschGehG gewährt Beseitigungs-, Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche (§§ 6-12 GeschGehG)
Praxishinweis: Eine NDA allein reicht nicht aus, um „angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen“ nachzuweisen. Ergänzend sollten technische Maßnahmen (Verschlüsselung, Zugriffsrechte), organisatorische Regelungen (Clean-Desk-Policy, Informationsklassifizierung) und ein Compliance-Management-System implementiert werden.
Schutzmaßnahmen nach GeschGehG im Überblick
Das Geschäftsgeheimnisgesetz verlangt ein Gesamtkonzept aus verschiedenen Maßnahmen. Die Vertraulichkeitsvereinbarung ist dabei nur ein Baustein:
- Vertragliche Maßnahmen: NDA Verträge mit Mitarbeitern, Dienstleistern, Geschäftspartnern und Lieferanten
- Technische Maßnahmen: Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Firewalls, DLP-Systeme (Data Loss Prevention)
- Organisatorische Maßnahmen: Informationsklassifizierung, Schulungen, Berechtigungskonzepte, Besuchermanagement
- Physische Maßnahmen: Zutrittskontrolle, verschlossene Schränke, Aktenvernichter, Clean-Desk-Regelungen
Häufige Fehler bei Vertraulichkeitsvereinbarungen
Die folgenden Fehler in NDA-Mustern aus dem Internet können dazu führen, dass die Geheimhaltungsvereinbarung vor Gericht unwirksam oder nicht durchsetzbar ist:
- Zu vage Definition — „Alle geschäftlichen Informationen“ ist zu unbestimmt und schwer durchsetzbar. Konkrete Kategorien und Beispiele sind erforderlich
- Keine Vertragsstrafe — Ohne finanzielle Konsequenzen fehlt die Abschreckung; der Geschädigte muss den konkreten Schaden beweisen
- Unbegrenzte Laufzeit — Kann als unangemessen und damit nach § 138 BGB unwirksam eingestuft werden
- Fehlende DSGVO-Klauseln — Wenn personenbezogene Daten betroffen sind, aber kein Datenschutzhinweis enthalten ist, droht ein DSGVO-Verstoß
- Kein AV-Vertrag — Eine NDA allein reicht nicht, wenn eine Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO vorliegt
- Einseitige Formulierung — Bei gegenseitigem Informationsaustausch muss die Vertraulichkeitsvereinbarung beidseitig gelten
- Keine Regelung für KI-Nutzung — Wenn vertrauliche Daten in KI-Systeme eingespeist werden könnten, muss dies ausdrücklich adressiert werden
- Fehlender GeschGehG-Bezug — Ohne Verweis auf das Geschäftsgeheimnisgesetz kann der strafrechtliche Schutz geschwächt werden
- Keine Rückgaberegelung — Ohne klare Rückgabe- und Löschpflichten bleiben vertrauliche Unterlagen beim Empfänger
Häufig gestellte Fragen zur Vertraulichkeitsvereinbarung (FAQ)
Unsere Mandanten stellen uns als externer Datenschutzbeauftragter regelmäßig folgende Fragen zum Thema Vertraulichkeitsvereinbarung, NDA Vertrag und Geheimhaltungsvereinbarung:
Was ist der Unterschied zwischen NDA und Vertraulichkeitsvereinbarung?
Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. „NDA“ (Non-Disclosure Agreement) ist der englische Begriff, „Vertraulichkeitsvereinbarung“ und „Geheimhaltungsvereinbarung“ sind die deutschen Entsprechungen. Alle drei bezeichnen denselben Vertragstyp zum Schutz vertraulicher Informationen.
Ist eine NDA ohne Vertragsstrafe wirksam?
Ja, eine Vertraulichkeitsvereinbarung ist auch ohne Vertragsstrafe wirksam. Allerdings muss der Geschädigte dann den konkreten Schaden nachweisen, was in der Praxis oft schwierig ist. Eine Vertragsstrafe erleichtert die Durchsetzung erheblich und wird daher dringend empfohlen.
Wie lange gilt eine Geheimhaltungsvereinbarung?
Die Laufzeit wird vertraglich vereinbart. Üblich sind 2 bis 5 Jahre. Bei besonders sensiblen Geschäftsgeheimnissen kann eine längere Laufzeit angemessen sein. Eine unbegrenzte Laufzeit ist rechtlich problematisch und kann unwirksam sein.
Brauche ich neben der NDA auch einen Auftragsverarbeitungsvertrag?
Ja, wenn der Empfänger personenbezogene Daten weisungsgebunden in Ihrem Auftrag verarbeitet. Die NDA schützt Geschäftsgeheimnisse, der AVV nach Art. 28 DSGVO regelt die datenschutzrechtlichen Pflichten. Beide Verträge ergänzen sich und sollten aufeinander abgestimmt sein.
Kann ein Mitarbeiter eine Vertraulichkeitsvereinbarung ablehnen?
Grundsätzlich ja, aber der Arbeitgeber kann den Abschluss einer Vertraulichkeitsvereinbarung zur Bedingung für den Zugang zu bestimmten Informationen machen. Im Arbeitsvertrag kann die Unterzeichnung einer NDA auch als Nebenpflicht verankert werden.
Was passiert bei einem Verstoß gegen die NDA?
Bei einem Verstoß gegen die Vertraulichkeitsvereinbarung drohen: Zahlung der vereinbarten Vertragsstrafe, Schadensersatzansprüche, Unterlassungsansprüche, arbeitsrechtliche Konsequenzen (bis hin zur fristlosen Kündigung) und bei Vorsatz strafrechtliche Verfolgung nach dem Geschäftsgeheimnisgesetz (Freiheitsstrafe bis 3 Jahre).
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