In Texas können nun die ersten Tesla-Fahrer eine KfZ-Versicherung abschließen, deren Versicherungsprämie sich nach dem individuellen Fahrverhalten richtet. Dazu findet eine Bewertung der Fahrer durch bereits vorhandene Techniken im Tesla in ihrem Fahrverhalten in Echtzeit statt (Tracing). Von dieser Bewertung hängt es dann ab, wieviel im jeweiligen Monat für die Versicherung zu zahlen ist.

So funktioniert die Versicherung

Das neue Versicherungsprodukt von Tesla berücksichtigt bei der Ermittlung der Höhe der Versicherungsprämie nicht wie sonst üblich Alter, Geschlecht, bisherige Unfälle oder ähnliches, sondern das aktuelle Fahrverhalten. So ergibt sich jeden Monat eine neue Versicherungsprämie abhängig vom Fahrstil.

Tesla nimmt dabei vor allem eine Sicherheitsbewertung vor, die Faktoren wie Frontkollisionswarnungen, starkes Bremsen, zu schnelles Abbiegen, ständig wechselnde Abstände zum Vordermann und erzwungene Abschaltungen des Autopiloten negativ bewertet. Anhand dessen bekommt der Fahrer im Rahmen einer Echtzeit-Überwachung ein Score zugewiesen. Anhand dessen bestimmt sich die Höhe der Versicherungsprämie, die monatlich zu zahlen ist.

Anders als bei anderen Anbietern, die vergleichbare KfZ-Versicherungen entworfen haben, ist keine zusätzliche Hardware notwendig. Es werden ausschließlich bereits verbaute Features verwendet, um den Score zu ermitteln.

Datenschutzrechtliche Sicht

Diese Art der „Überwachung“ ist datenschutzrechtlich zunächst kritisch zu sehen. Zum einen können aus den erhobenen Daten persönliche Daten extrahiert werden, zum anderen erscheint es fragwürdig, dass die entsprechenden Features zur Erfassung des Fahrverhaltens schon im Wagen verbaut sind, bevor sich der Fahrer überhaupt für oder gegen eine Versicherung bei Tesla entscheiden konnte.

Tesla selbst setzt nicht zum ersten Mal darauf, bereits verbaute Technik erst auf Wunsch des Fahrers einzusetzen. So sind viele Techniken, die Standortdaten oder Kameraaufnahmen betreffen, optional. Überwiegend werden die Nutzungen dieser Techniken und damit die Erhebungen der entsprechenden Daten von den Fahrern aber nicht ausgeschlossen. Schließlich hängt der beworbene Komfort des Fahrzeuges meist gerade von der Einwilligung in die Verarbeitung dieser Daten ab.

Auch bei dieser KfZ-Versicherung, die sich noch in der Beta-Phase befindet und momentan nur in Texas angeboten wird, handelt es sich um einen Service, der freiwillig hinzugebucht werden kann. Im Gegensatz zu den Einwilligungen zur Verwendung von Daten für Komfortsysteme wird die entsprechende Einwilligung für die Versicherung aber als freiwillig anzusehen sein. Schließlich folgt für den Fahrer keine unmittelbare Nutzungseinschränkung des Fahrzeuges, wenn er eine andere Versicherung wählt.

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