Digitale Zeugnisse

Durch das Onlinezugangsgesetz (OZG) wird vorgegeben, dass Bürger und Unternehmen bis Ende 2022 alle Verwaltungsleistungen direkt, einfach und sicher online nutzen können und das auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene. Ein erstes Umsetzungsprojekt sind in Deutschland die digitalen Schulzeugnisse. Die Herausforderungen dabei sind, dass die Zeugnisse fälschungssicher, datenschutzkonform und leicht zu überprüfen sein müssen.

Dazu hat die Bundesdruckerei GmbH mit der govdigital eG eine blockchain-basierte Lösung entwickelt.

Technologie

Das Projekt „digitale Zeugnisse“ wird über eine Schnittstelle in die bestehende Infrastruktur der jeweiligen Schule etc integriert. Durch die Blockchain-Technologie ist die Echtheit des Dokuments nachvollziehbar und Manipulationen sind ausgeschlossen. Für zusätzliche Sicherheit wird die ganze Blockchain-Infrastruktur über bundesweit verteilte staatliche Rechenzentren durch govdigital betrieben. Die Datensouveränität bleibt dabei immer beim Zeugnisempfänger. Dieser hat jederzeit die Kontrolle über seine eigenen Daten.

Der technische Ablauf lässt sich vereinfacht so vorstellen:

Die ausstellende Institution (Schule, Universität etc) stellt das Zeugnis inklusive maschinenlesbarer Daten für den Zertifikatsträger (Schüler, Student etc) aus. Gleichzeitig wird der Hash-Wert des Zeugnisses mit der Signatur der ausstellenden Institution in einen Block der Blockchain geschrieben.

Die Blockchain wird von einem Konsortium auf verteilter Infrastruktur betrieben. Durch die Dezentralität und die Fälschungssicherheit der Blockchain bietet diese eine hohe Vertrauensgrundlage.

Bewirbt sich der Zertifikatsträger nun mit dem digitalen Zeugnis bei der anwendenden Institution (und gewährt damit Einsicht in den entsprechenden Block der Blockchain), kann diese durch Abfrage des Hashwertes in der Blockchain das Zeugnis auf seine Echtheit überprüfen.

Testbetrieb

Schon in diesem Sommer wird das digitale Schulzeugnis testweise in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Berlin als Abiturzeugnis ausgestellt. Interessierte Bundesländer könne sich auch für die weiteren Testverläufe anschließen. Ab 2023 soll das System dann in den Echtbetrieb wechseln.

 

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